Handweberin Fatma

Durch meine kontinuierlichen Reisen in die Türkei und die Webergegend, kann ich die Beziehungen zu den Webern und den Produzenten von treat you aufbauen und weiterführen.

Fatma habe ich durch Meryem, der Gründerin von Buldanvakfi, getroffen. Treat you unterstützt vom Erlös des Verkaufs die Projekte der Stiftung bezüglich Frauen und Bildung in der Türkei und der Webergegend.

Meryem und Fatma sind alte Schulfreundinnen. Fatma hat später in ihrem Leben mit dem Weben angefangen. Am Anfang webte sie Schals aus Pappelfaser und Seide. Nun macht sie auch wunderschöne Pestemals. Wir haben sie letztes Jahr in ihrem Atelier besucht, es ist im Blogbeitrag Tücherverkauf mit Tiefgang erwähnt.

Einige ihrer Schals sind im Statdbad Zürich ausgestellt. In meinem Showroom an der Burstwiesenstrasse in Zürich sind auf Anfrage die Schals und Pestemals zu sehen.

     

Fatma hat mir ihre Geschichte im Folgenden erzählt:

Ich ging in Buldan  in die Primar-/ Sekundarschule und das Gymnasium. Die Haupteinkommensquelle meiner Familie war das Weben. Mein Vater produzierte ein Stoff namens „Sari Üslük“, der spezifisch zur Region Buldan gehört, meine Mutter webte Tischdecken. Bei den Weberfamilien werden  alle Familienmitglieder miteinbezogen. Deshalb half ich auch schon von klein auf mit. Während ich im Gymnasium war, lernte ich die Ränder der Handtücher zu nähen. Mit der „Kasnak“ Maschine, (eine Art maschineller Stickrahmen) die speziell für Buldan war, lerne ich zu sticken.

Nachdem ich geheiratet hatte, machte ich mit der Kasnak Maschine weiter, um mit den Stickereien zum Haushaltsbudget beizutragen.

Aus meiner Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Als die Kinder grösser geworden waren, entschied ich mich als Hobby die Handweberei zu lernen. Im Jahre 2012 nahm ich an einem Kurs der Handweberei teil, der vom Departement für öffentliche Bildung organisiert wurde. Durch den Kurs lernte ich die Feinheit der Handweberei. Als der Kurs zu Ende war in 2012 habe ich im Haus der Familie meines Mannes einen Handwebstuhl aufgestellt. Das Haus ist ein historisches Haus, das vom Amt für den Schutz des kulturellen Erbe unter Denkmalschutz steht.

Mein Hobby wurde zu einem kleinen Geschäft. Ich webte die Buldan typischen Foulards und Schals mit verschiedenen Materialien wie Baumwolle, Bambus, Seide und Flockseide.

In 2016 hat die von Meryem Salman gegründete Stiftung Buldanvakfi angefangen meine handgemachten Produkte zu fördern und ich konnte sie im Café der Stiftung ausstellen. Mit ihrer Hilfe sind meine Produkte in verschiedene Orte in der Welt gekommen, wie Amerika, Holland und die Schweiz. Jetzt webe ich auch Pestemals aus Baumwolle und Bambus.