Ende Februar, bei eher unüblich kühlem Wetter statten wir der Region Denizli wieder einen Besuch ab. Das Wetter lädt nicht gerade zum spazieren ein und wir verbringen viel Zeit drinnen mit Freunden und türkischem Tee trinken.

Zuerst besuchen wir natürlich die Buldan Stiftung und Meryem, die Gründern (sie ist auf dem Eingangsbild neben mir vor der Buldan Stiftung) . Sie erzählt uns, dass ihr Projekt “Education is Power” letztes Jahr sehr guten Erfolg gehabt hat. Die Stiftung konnten ihre Unterstützung von 2 auf 35 Studenten steigern. Ihr Ziel ist 200 Studenten unter die Arme zu greifen und ihnen ein Studium zu ermöglichen. Wir beteiligen uns mit Freude bei diesem Projekt durch einen Betrag vom Erlös des Verkaufes. 

Ein kleiner Bericht von Meryem und einer ihrer Studenten ist im folgenden link zu lesen: Der Traum Richter zu werden

Später kommt Fatma auf einen Tee vorbei und sie berichtet über die Preisanstiege der Rohmaterialen, des Fadens und der Baumwolle. Die Türkei erlebt zur Zeit eine Inflation. Sie importieren Baumwolle, da die eigene nicht reicht und andere Materialien zum Anbau und Ernte. Allgemein sind die Kosten für den Alltag teurer geworden. Dies bekommen wir noch weitere Male auf dieser Reise zu hören. 

Fatma kann immer noch am Handwebstuhl in der Stiftung weben. Zu Hause in ihrem Atelier arbeitet sie im Winter nicht, weil es zu kalt ist. Ab April, wenn die Temperaturen wieder steigen, wird sie ins Atelier zurückkehren. Es ist im Winter sehr kalt in dieser Region.   

Fatma’s Pestemals haben neue Designs und ich lese freudig tolle, neue Tücher für die treat you Kollektion aus.  



Nach dem Mittagessen gehen wir bei Nurai’s Haus vorbei mit ihrem einzigartigen Garten. Sie präsentiert uns mit Stolz und Freude ihr neues Grosskind. Leider hat sie Grippe und so können wir nicht allzu viel Zeit miteinander verbringen.  

Sie zeigt mir die neuen Tücher. Beim letzten Besuch las ich die Farben aus und sehe nun das Resultat, ich bin hellbegeistert…. Ihr Mann webt auf einem kleinen halbautomatishchen Webstuhl der im türkischen “yuvalı karah tezgah” genannt wird und sie dreht die Fransen der Pestemals. Der Webstuhl ist im 3. Bild zu sehen. Neben türkischem Café und Süssigkeiten inspiziere ich ihre Tücher.


Wie auch letztes Mal zeigt sie mir eine kleine Auswahl von ihr handgemachten Schals. Sie webt diese auf dem Handwebstuhl im untenstehenden Bild.


Weiter geht’s zu Ali’s Atelier. Er arbeitet dort mit zwei anderen Kollegen zusammen. Sie haben drei halbautomatische Webstühle die im türkischen “kara tezgah” genannt werden. Einer davon ist ein Jacquard Webstuhl. Dazu haben sie eine kleine Maschine die den Faden auf die Spulen spult. Beim Weben mit dem “kara tezgah” wird die Spule im Schiffchen, relativ oft gewechselt, da sie klein sein muss. 


Er zeigt uns seine neuen Designs. Ich habe Mühe mich zu entscheiden, es sind alle toll…

Ali webt seit ca vier Jahren selbständig. Er ist in einer Weberfamilie aufgewachsen und hat schon in seiner Jugend im Elternhaus mitgeholfen. Daher kommen seine profunden Kenntnisse im Weben. Er wollte dann aber seinen eigenen Weg gehen und hat verschiede andere Berufe ausprobiert. Als letztes arbeitete er als Kellner bevor er sich wieder der Weberei zuwandte. Er wünschte sich sein eigenens Geschäft und eine eigene Vision. Zum Glück für uns.


Fortsetzung folgt…