Bei eher unüblich kühlem Wetter statten wir der Region wieder einen Besuch ab. Das Wetter lädt nicht gerade zum spazieren ein und wir verbringen viel Zeit drinnen und beim Teetrinken.

Zuerst besuchen wir natürlich die Buldanvakfi Stiftung und Meryem. Sie erzählt uns, dass ihr Projekt “Education is Power” letztes Jahr sehr guten Erfolg gehabt hat. Sie konnten ihre Unterstützung von 2 auf 35 Studenten steigern. Ihr Ziel ist 200 Studenten unter die Arme zu greifen und ihnen ein Studium zu ermöglichen. Wir beteiligen uns bei diesem Projekt mit einem Betrag vom Erlös des Verkaufes. 

Ein kleiner Bericht von Meryem und einer ihrer Studenten ist im folgenden link zu lesen: Der Traum Richter zu werden

Dann kommt Fatma auf einen Tee vorbei und sie berichtet über die Preisanstiege der Rohmaterialen, des Fadens und der Baumwolle. Die Türkei erlebt zur Zeit eine Inflation. Sie importieren Baumwolle, da die eigene nicht reicht und andere Materialien zum Anbau und Ernte. Allgemein sind die Kosten für den Alltag teurer geworden. Dies bekommen wir noch weitere Male auf dieser Reise zu hören. 

Fatma webt immer noch in der Stiftung. Zu Hause in ihrem Atelier webt sie im Winter nicht, weil es zu kalt ist. Ab April, wenn die Temperaturen wieder steigen, wird sie ins Atelier zurückkehren. Es ist im Winter sehr kalt in dieser Region.   

Fatma’s Pestemals haben neue Designs und ich lese für unsere Kollektion tolle neue Tücher aus.



Am Nachmittag gehen wir bei Nurai’s Haus vorbei mit dem berühmten Garten. Sie hat ein neues Grosskind. Leider hat sie Grippe, so können wir nicht allzu viel Zeit miteinander verbringen.  

Sie zeigt mir die neuen Tücher. Beim letzten Besuch las ich die Farben aus und sehe nun das Resultat, ich bin hellbegeistert…. Ihr Mann webt auf einem kleinen halbautomatishchen Webstuhl der im türkischen “yuvalı karah tezgah” genannt wird und sie dreht die Fransen der Pestemals. Neben türkischem Café und Süssigkeiten inspiziere ich ihre Tücher.


Wie auch letztes Mal hat sie von ihr handgemachte Schals bereit. Sie webt diese auf ihrem Handwebstuhl.


Weiter geht’s zu Ali’s Atelier. Er arbeite mit 2 anderen Kollegen zusammen. Sie haben 3 halbautomatische Webstühle die im türkischen “kara tezgah” genannt werden. Einer davon ist ein Jacquard Webstuhl und eine kleine Maschine die den Faden auf die kleinen Spulen spult. Beim Weben mit dem “kara tezgah” wird die Spule, die im Schiffchen ist relativ oft gewechselt, da sie klein sein muss. 


Er zeigt uns seine neuen Designs. Ich habe Mühe mich zu entscheiden, es waren alle toll…

Ali webt seit ca 4 Jahren selbständig. Er ist in einer Weberfamilie aufgewachsen und hat schon in seiner Jugend im Elternhaus mitgeholfen. Daher kommen seine profunden Kenntnisse im Weben. Er wollte dann aber seinen eigenen Weg gehen und hat verschiede andere Berufe ausprobiert. Als letztes arbeitet er als Kellner bevor er sich wieder der Weberei zuwandte. Er wünschte sich sein eigenens Geschäft und eine eigene Vision. Zum Glück für uns.


Fortsetzung folgt…