Fortsetzung von Teil 1


Über einen lustigen Zufall komme ich an die Adresse von Ahmed.

Ein Bild auf unserem treat you Instagram Konto ist letztes Jahr seinem Chef aufgefallen und er kontaktierte mich deswegen. Ich solle doch seinen Angestellten besuchen, er habe im abgebildeten Haus sein Atelier. Mir hatte das Haus und seine Umgebung damals schon sehr gut gefallen und es deshalb fotografiert.


Ich war aber zu diesem Zeitpunkt schon wieder in der Schweiz, so nahm ich mir vor ihn beim nächsten Mal zu treffen. 

Ahmed erzählt mir, er könne sich erinnern, wie ich damals vor seinem Atelier vorbeigegangen bin und Fotos gemacht habe. 

Das Gebäude ist denkmalgeschützt und deshalb dürfen nicht viele Änderungen daran gemacht werden. 

Sein Atelier ist klein, charakteristisch und sehr originell. Er hat zwei halbautomatische Webstühle, die sogenannten „kara tezgah“ und eine kleine Maschine um den Faden auf die Spindel aufzuspulen. Wenn er eine grosse Bestellung erhält, mietet er weitere Webstühle und stellt zusätzliche Weber ein. 

Das Muster des Tuches wird durch die abgebildete Schablone vorgegeben.



Kulturelles und tierisches


Die Region ist sehr reich an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Es hat viele interessante Ausgrabungen und uralte Städte, eine davon ist Tripolis, die in einem separaten Blogeintrag beschrieben wird.

Eine andere ist Hierapolis bei den berühmten Kalksinterterassen von Pamukkale. Sie sind als UNESCO Weltkulturerbe gelistet. Auf den ersten Blick meint man es sei ein Schneeberg, der mitten in der Landschaft steht. Es könnte eigentlich gut sein bei der Kälte, die gerade herrscht.


Die Terrassen sind über die Jahrtausende durch die Travertin Ablagerungen der Thermalquellen entstanden. Es gibt verschiedenste reichhaltige Thermalquellen in der Region. Das zieht auch zahlreiche Leute an, die für ihre Bade-und Heilkuren kommen. 

Die Schuhe müssen ausgezogen werden um die weisse Farbe des Hügels zu bewahren. Wir pilgern also barfuss den Weg über die weissen Terrassen hoch um Hierapolis anzuschauen, doch dazu werden wir bei diesem Besuch nicht kommen… 


Zum Glück kann man oben angekommen, die Füsse im warmen Thermalwasser wieder aufwärmen. Wir stärken uns erstmals beim Imbisstand, was mich zur besten Freundin von ein paar tierischen Gesellen macht.



Die verbringen dort ihren Tag mit den Touristen und warten auf ein paar Leckerbissen.


Es zieht plötzlich ein Sturm auf, wir müssen unsere angefangene Besichtigung der antiken Stadt unterbrechen und die starken Regenfälle und Windböen abwarten. Wir entscheiden uns wieder nach unten zu gehen, das Wetter spielt heute einfach nicht mit. Dabei treffen wir auf eine verängstigte Chinesin, die sich nicht alleine den Hügel runtergetraut und ihre Freunde nicht mehr finden kann. Wir nehmen sie ins Schlepptau und unten finden wir auch ihre Freunde wieder.

Ich spüre meine Zehen nicht mehr, so wir gehen ins nächste Café und wärmen uns bei einem türkischen Tee auf.

Danach kehren wir ins Hotel zurück um uns in den berühmten Thermalbädern zu entspannen. Hierapolis werden wir wohl beim nächsten Besuch anschauen, wenn es ein wenig wärmer ist…

Darauf freue mich jetzt schon.